"Das europäische IVF-Zentrums meines Vertrauens"

Open Identity

Für Kinderwunschpaare, die an eine Aufklärung (siehe: Neuland / warum Offenheit wichtig ist) ihres möglicherweise entstehenden Kindes denken, stellt sich bereits im Vorfeld die Frage, ob es auch Spenderinnen mit einer „Open Identity“ gibt. Das sind Spenderinnen, die sich damit einverstanden erklären, dass das Kind/die Kinder, die durch ihre Spende entstanden sind, sich Zugang zu Name und Daten der Spenderin verschaffen können. Somit kann eine Anfrage auf Kontaktaufnahme durch das Kind gestartet werden. Sie kann jedoch durch die Eizellspenderin auch abgelehnt werden, zumal meist viele Jahre vergangen sind und sich Familienverhältnisse gründlich gewandelt haben können.
Viele Länder wie z.B. Großbritannien, Niederlande, Norwegen, Schweden und Frankreich führen ausschließlich „Open Identity“- Spenden durch (siehe: Länder / Überblick Europa). Dies gilt für Eizellen und Samenspenden gleichermaßen. Doch in vielen dieser Länder gelingt es kaum, den nationalen Bedarf zu decken. Deutsche Paare haben kaum eine Chance, dort eine Eizellspende zu erhalten.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit gibt es „Open Identity“- und nicht-anonyme Eizellspenden für ausländische Patientenpaare auch in:

  • nicht-anonym (=dort muss man die Spenderin selbst „mitbringen“): Belgien und Kosovo
  • open-identity: Finnland (Wartezeit für deutsche Paare z.Zt.: 6-8 Monate)
  • beide Formen: USA

In USA gibt es zudem Agenturen für Eizellspende, die von einigen ihrer Spenderinnen auch Fotos und viele Hintergrundinformationen zur Verfügung stellen.


 

Wie kann man sich „Open Identity“ praktisch vorstellen?

 

  • Es gibt ein staatliches oder vom IVF-Zentrum geführtes Register. Dort wird die Identität jeder Spenderin eintragen. Ferner wird dokumentiert, welchem Empfängerpaar die Eizellspende zugeteilt wurde.
  • Kommt es zur Geburt eines Kindes, teilt das Empfängerpaar dem Register die Geburt mit. Im Register wird festgehalten, dass Kind XY genetisch von Spenderin XZ abstammt.
  • Mit Volljährigkeit kann das Kind Einsicht in die Daten erhalten.
  • Das Ausfindigmachen der Spenderin bleibt zur Gänze der eigenen Initiative überlassen. Das Register versteht sich nicht als „Such-Organisation“.
  • Eine evtl. Kontaktaufnahme muss ebenfalls selbstständig organisiert werden.
  • Der Eizellspenderin bleibt es immer vorbehalten, den Kontaktwunsch abzulehnen.

 

Auch bei „Open Identity“ gilt also: Für ein „nein“ zur Kontaktaufnahme reicht eine Person, für ein „ja“ müssen beide Parteien zustimmen.

Zu bedenken ist bei einer „Open Identity“-Spende auch, dass das Empfängerpaar die Spenderin nicht „personalisieren“ sollte. Fast alle Eizell- und Samenbanken lehnen aus diesem Grund auch ein persönliches, anonymisiertes Kennenlernen von Spendern und Empfängern ab. Zum Schutz des möglicherweise entstehenden Kindes sollen die Eltern keinen persönlichen Eindruck von der Spenderin haben. Quälende Vergleiche und Suchprozesse nach Ähnlichkeiten, Charaktermerkmalen sollen dadurch ausgeschlossen werden (siehe: Neuland / Werte oder Gene?). Jedes Kind nach einer Gametenspende (Eizelle oder Samen) ist wie jedes andere Kind auch ein Individuum und soll auch als solches gesehen werden.