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Damit Abschied gelingt

Die Bewältigung der endgültigen Kinderlosigkeit steht und fällt mit der Qualität der Paarbeziehung. Versuchen Sie als Paar so wenig Trennendes wie möglich zwischen sich zu haben.

Stellen Sie als Paar Einigkeit her über Ihr weiteres Lebenskonzept (Lebensarbeitszeit, Reisen, Alter, Wohnform etc.)

Optimal ist es, wenn jeder für sich ein bis zwei neue Schwerpunkte im Leben entdeckt und wenn Sie als Paar auch ein gemeinsames neues Projekt beginnen.

Männer nehmen anders Abschied als Frauen. Häufig ist es so, dass Männer erst wieder unbelastet sind, wenn es ihrer Frau wieder gut geht.

Wenn Sie einmal die grundsätzliche Fähigkeit in Ihrem Leben hatten, dass Beste aus allem zu machen, besinnen Sie sich darauf zurück. Angewendet auf die Kinderlosigkeit kann es dann zu der Einstellung führen: „Das Leben geht weiter so wie jetzt und jetzt ist es ja auch nicht schlecht.“

Kommunizieren Sie ihre Kinderlosigkeit auch wie nebenbei dem sozialen Umfeld: „Wir sind ja kinderlos und können….“. Die Kommunikation nach außen fördert die Akzeptanz der Endgültigkeit nach innen.

Therapeuten schlagen oft Rituale für den Abschied vor. Finden Sie heraus, ob dies ein Weg für Sie ist und wenn ja, entwickeln Sie ein für Sie passendes.

Vorsicht Risiko:

  • ein Partner arbeitet wesentlich mehr als der andere
  • ein Partner hat in der Vergangenheit den Kinderwunsch sehr lange hinausgeschoben und der andere Partner hadert weiterhin damit
  • ein Partner ist in eine Depression abgerutscht. Erkennbar ist dies an einer nicht stattfindenden inneren Regeneration.

Bei Punkt zwei und drei von „Vorsicht Risiko“ brauchen Sie höchstwahrscheinlich professionelle Hilfe.


 

Akut-Strategien nach einem Misserfolg:

 

  • Weinen ist normal und fördert die Selbstheilungskräfte der Seele
  • Nehmen Sie sich als Paar wortlos in den Arm
  • Belohnen Sie sich für den Aufwand, auch wenn er nicht zum Erfolg geführt hat
  • Powern Sie sich körperlich mit Sport aus
  • Lenken Sie sich als Paar gemeinsam ab (Naturerlebnisse, Wochenendtrip, …)
  • Organisieren Sie sich kleinere Positiv-Erlebnisse (Treffen mit unkomplizierten Freunden, Wellness-Tag, heitere Filme…)
  • Legen Sie fest, ob es eine weitere Behandlung geben soll oder nicht.
  • Meiden Sie in der Akutphase „schädliche“ Personen (Originalzitat einer Patientin: die Freundin, die vor allem über sich redet, die Schweigermutter, mit der grundsätzliche Konflikte bestehen etc.

Wenn mehrere Transfers mit sehr guten Embryonen nach Eizellspende gescheitert sind, bleibt medizinisch nur noch, nach immunologischen Faktoren zu suchen, die die Einnistung erschweren oder verhindern. (siehe Ablauf / wem hilft es)
Viele dieser Untersuchungen und die daraus resultierenden Therapievorschläge sind für den Kinderwunschbereich noch nicht durch größere Studien gesichert. Deswegen gibt es unterschiedliche Sichtweisen der Reproduktionsmediziner zu diesem Thema.

Untersucht werden können z.B.:

  • TH1 / TH2 – Index (entzündliche Aktivierung des Immunsystems)
  • TNF-alpha-werte
  • Autoantikörperbildungen (z.B. Antiphospholipid-Antikörper)
  • Defizite in der Kommunikation zwischen Mutter und Embryo (z.B. Rezeptordefekte)