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Erfahrungsberichte, Meinnungen

„Nachdem ich mich in die Thematik etwas eingelesen hatte, fand ich den Gedanken auf diesem Weg doch noch meinem Wunsch, ein Kind von meinem Mann zu bekommen einfach nur natürlich und logisch.
Während medikamentösen Vorbereitung und der Wartezeit auf den Transfer „unserer Eizellen“ wurde der Gedanke an eine „andere“ Frau immer mehr und dann völlig von positiven Gedanken an eine besondere/andere Art von Adoption oder eine andere Form von Patch-Work-Familie überdeckt. Ich bin der Spenderin einfach nur dankbar für unsere Chance.
Heute und jetzt bin ICH einfach nur noch glücklich, mit Zwillingen schwanger zu sein, und hoffe dass alles gut geht. Ich glaube nicht, dass ich noch mehr „Mutter“ sein kann als jetzt. Mein Blutkreislauf ernährt die beiden Leben in meinem Körper seit dem Tag des Transfers, sie wachsen in mir heran und ICH kann sie spüren und ICH werde hoffentlich die Kinder, die ich mir von meinem Mann gewünscht habe, gesund auf die Welt bringen.“

Klaudia, 40

 

„Mir sind zwei Gespräche, die ich mit IVF-Ärzten geführt habe, nachdrücklich in Erinnerung geblieben. Beim ersten Gespräch war der Arzt gerade von einer Woche Hospitanz in einem amerikanischen IVF-Zentrum zurückgekehrt. „Die Amis“, meinte er, „geben einer Frau mit 38 gerade noch einmal die Chance auf zwei eigene IVFs. Danach wird sie in Richtung Eizellspende beraten. Misserfolg wird dort viel weniger toleriert als bei uns.

Das zweite Gespräch mit einem anderen IVF-Arzt der ersten Stunde drehte sich um die Frage, bis zu welchem Alter die Behandlung mit IVF und ICSI aus unserer jeweiligen Sicht noch Sinn mache – also bis zu welchem Alter ein einigermaßen vertretbares Verhältnis zwischen Aufwand (physisch, psychisch, finanziell) und Ertrag (Geburt eines Kindes) besteht. Der Arzt plädierte für 43 Jahre, ich tendiere zu 42 – Ausnahmefälle immer außen vor. Für uns beide hatte der psychologische Effekt, dass Frauen es emotional „alles“ tun müssen, um Kinderwunsch irgendwann abschließen zu können, jedoch eine wichtige Bedeutung."

Christine Büchl, Autorin dieser Website

 

„Für mich sind alle drei Optionen gleichwertig. Die unterschiedlichen Möglichkeiten passen zu unterschiedlichen Menschen.
Was erlebe ich in der Praxis? Was klappt für welche Paare und wie?
Auslandsadoption klappt so gut wie immer. Es ist der Weg für Paare mit großer humanitärer Zusatzmotivation. Etwa die Hälfte der adoptierten Kinder entwickelt sich nach anfänglicher Eingewöhnungszeit wirklich gut. Die andere Hälfte der im Ausland adoptierten Kinder hat sehr großen, langjährigen Therapiebedarf (Logopädie, Ergotherapie, Kinder- und Jugendtherapie etc ). Manches kann dabei nur gebessert und nicht geheilt werden.

Bei Inlandsadoption bleiben viele Paare erfolglos, da nicht genügend Kinder zur Adoption freigegeben werden. Selbst in Großstädten mit 1,5-2 Millionen Einwohnern sind es Schätzungen zufolge oft nur bis zu 5 Neugeborene pro Jahr, die zur Adoption vermitelt werden. Das liegt daran, dass heutzutage die meisten Kinder zur Pflege und nicht zur Adoption freigegeben werden. Meine Erfahrung ist, dass die Paare mit einer spürbar sehr guten Paarbeziehung, Paare, bei denen der Mann einfühlsam und präsent ist, die selbstsicher das Kind aufklären wollen und die noch nicht zu alt sind, die besten Chancen haben.

Eizellspende ist erst im Kommen. Noch sprengt diese Art der Familiengründung die Vorstellungskraft vieler Paare. Wenn die Paare die hohe Schwangerschaftsrate hören, sind sie sehr interessiert. Die Illegalität der Eizellspende in Deutschland verunsichert aber viele Männer und Frauen."

Christine Büchl, Autorin dieser Website