"loslassen ohne zu verhärten"

Wenn es auch nicht klappt

Endgültige Kinderlosigkeit ist in späteren Lebensjahren wie eine vernarbte Wunde. Das Schmerzniveau bleibt nicht so hoch wie in der aktuellen Lebensphase. Die Narbe ist allerdings „wetterfühlig“. Das heißt, auch in späteren Jahren, z.B. wenn andere Großeltern werden oder wenn sonstige Übergänge im Leben stattfinden, ist der alte Schmerz kurz spürbar. Aber: Er vergeht dann auch wieder.
Die Frage ist, ob Eizellspende heutzutage dazugehört – als eine der Methoden, die man ausprobiert haben sollte – um mit dem Kinderwunsch abschließen zu können. Es geht also darum zu überlegen, ob Betroffene diese Behandlung unbedingt auch noch als letzte Therapieoption wahrnehmen sollen, nur weil es diese Möglichkeit gibt.
Die ganz große Mehrzahl ungewollt kinderloser Paare beantwortet diese Frage mit Nein. Nur ein sehr kleiner Teil, etwa 1.000 bis 3.000 deutsche Paare jährlich, nehmen diese Behandlungsmöglichkeit in Anspruch. (siehe Länder / Europa) Exakte Zahlen gibt es auf Grund der Dunkelziffer nicht. Manche Paare bleiben auch nach mehreren Versuchen mit einer Eizellspende kinderlos.

Der „Abschied“ vom Kinderwunsch, also das Loslassen, verläuft in beiden Fällen gleich – egal ob man auch die Eizellspende noch versucht hat oder nicht.



„Oft erlebe ich, dass Frauen in der frühen Abschiedsphase vom Kinderwunsch davon ausgehen, dass sie die nächsten dreißig Jahre nicht darüber hinwegkommen werden und dass die Traurigkeit kein Ende nehmen wird. Diese Angst ist nach meiner Erfahrung fast immer unbegründet. Viele Paare entwickeln erstaunliche Kräfte, wenn die Energie, die bisher an den Kinderwunsch gebunden war und für die Behandlung eingesetzt wurde, wieder frei zur Verfügung steht.“

Christine Büchl, Autorin dieser Website

 

Akut-Strategien nach einem Misserfolg:

 

  • Weinen ist normal und fördert die Selbstheilungskräfte der Seele
  • Nehmen Sie sich als Paar wortlos in den Arm
  • Belohnen Sie sich für den Aufwand, auch wenn er nicht zum Erfolg geführt hat
  • Powern Sie sich körperlich mit Sport aus
  • Lenken Sie sich als Paar gemeinsam ab (Naturerlebnisse, Wochenendtrip, …)
  • Organisieren Sie sich kleinere Positiv-Erlebnisse (Treffen mit unkomplizierten Freunden, Wellness-Tag, heitere Filme, …)
  • Legen Sie fest, ob es eine weitere Behandlung geben soll oder nicht.
  • Meiden Sie in der Akutphase „schädliche“ Personen (Originalzitat einer Patientin: die Freundin, die vor allem über sich redet, die Schweigermutter, mit der grundsätzliche Konflikte bestehen etc . mehr ...