"Leben spüren, Liebe geben"

Vorsorge in dieser speziellen Schwangerschaft

Mit Unterstützung von :www.praenatal-medizin.de (München)

Bei einer Schwangerschaft nach Eizellspende ist die engmaschige Betreuung mit konsequenten Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig.
Trotz des meist fortgeschrittenen Alters der Schwangeren entspricht das Risiko für eine Fehlverteilung von Chromosomen der Alterswahrscheinlichkeit der Eizellspenderin, da die meisten Chromosomenstörungen vom mütterlichen Alter abhängen. Bei einer genetischen Beratung ist das Alter des biologischen Vaters und die Methode der assistierten Reproduktion (ICSI, Kryo) zu bedenken. Ein sorgfältiges Ersttrimesterscreening mit Einschätzung der mütterlichen Risiken ist erforderlich.

Eventuelle Schwangerschaftskomplikationen

Viele Schwangerschaften und Entbindungen nach Eizellspende verlaufen unter spezieller Betreuung unauffällig. Aber etwa jede fünfte Schwangere nach Eizellspende hat mit dem Problem der Präeklampsie zu tun:

  • Schwangerschaftsinduzierter Bluthochdruck
  • Präeklampsie (Bluthochdruck, Einweißausscheidung im Urin, Ödeme)
  • HELLP-Syndrom (Hämolyse, Lebererkrankung und Gerinnungsstörung als schwere Komplikation einer Präeklampsie)

Diese Komplikationen treten bei „Normalschwangeren“ nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 5% auf. Bei Eizellspenden-Schwangerschaften ist das Risiko vervierfacht.
Experten halten verschiedene Faktoren und Mechanismen für die Ursache dieses erhöhten Erkrankungsrisikos, vor allem eine gestörte Plazentaentwicklung scheint öfter als erwartet aufzutreten. Genauere Zusammenhänge und Wirkungsmechanismen sind jedoch noch nicht bekannt. Auch das meist bei der Eizellspende schon relativ „hohe“ Alter der Mutter und die gesteigerte Möglichkeit von Mehrlingsschwangerschaften erhöhen die Wahrscheinlichkeit, eine Präeklampsie zu entwickeln (siehe: Ablauf/eins-zwei-drei.htm).


Das Präeklampsie-Risiko kann bereits in der 13. Woche anhand von Blutwerten (insbesondere PAPP-A und PlGF), anhand von Ultraschallbefunden (Doppler der uterinen Gefäße) und anhand mütterlicher Faktoren (Blutdruck und „Anamnese“) eingeschätzt werden.

Wer an schwangerschaftsinduziertem Bluthochdruck leidet oder in der Schwangerschaft eine Präeklampsie entwickelt, muss unbedingt auf eine gesunde Ernährung achten (also keine Diäten, keine Salzrestriktion o.ä.). Außerdem brauchen betroffene Frauen dann Schonung und ggf. Freistellung von der Arbeit und von häuslichen Verpflichtungen. Manchmal kommen blutdrucksenkende Mittel zum Einsatz und bei Präeklampsie ist eine stationäre Aufnahme mit ständiger Überwachung zwingend. Für das Kind kann eine schwere Versorgungsstörung entstehen, die zu einem verminderten Wachstum (Dystrophie) führt. In seltenen Fällen ist die Mutter stark gefährdet und / oder das Kind so stark unterversorgt, dass eine sofortige Entbindung - unter Umständen durch Kaiserschnitt - notwendig wird.

Zum Einsatz kommt auch ASS 100 ab Embryonentransfer bis zur 34. Schwangerschaftswoche. Bei diagnostiziertem Thromboserisiko wird zusätzlich Heparin gespritzt.

Viele ausländische IVF-Zentren, die Eizellspende durchführen, transferieren auf Grund der erhöhten Schwangerschaftskomplikationen sinnvollerweise bei Frauen über 45 Jahren nur einen Embryo (single embryo transfer) und lehnen eine Behandlung von Frauen über 50 ab (Länder / Europa). mehr ...