""We'll cross that bridge when we get to it"

Wie aufklären?

Wichtig bei der Aufklärung ist, dass es beiden Parteien dabei gut gehen muss: Eltern und Kind. Eltern eines Eizellspende-Kindes wollen auch mal Ruhe von diesem Thema haben. Eine ständige und fortlaufende Diskussion der Eizellspende kann ihnen zu viel werden, da es dem Bedürfnis widerspricht, einfach nur Familie sein zu können.
Vielleicht sind wenige aber tiefgehende Gespräche für die Identitätsentwicklung des Kindes sowieso besser als ein ständiges Thematisieren der besonderen Abstammung des Kindes. Wichtig ist eher, dass ein Familienklima herrscht, in dem das Kind selbstverständlich und jederzeit über Eizellspende sprechen kann, ohne dass seine Eltern innerlich zusammenzucken.

„Wir haben ein wunderbares, gesundes Kind. Aufgrund der täglichen Verpflichtungen und Aufgaben und aufgrund all der schönen Erlebnisse rückt die Tatsache der Eizellspende vollkommen in den Hintergrund."

Sabine, 47, mit Kind 1 ¾ Jahre



So klären Sie das Kind am besten auf:


  • Klären Sie möglichst früh auf! Bereits im Alter von 3 bis 4 Jahren versteht ein Kind, dass Sie lange auf seine Geburt gewartet haben und dass es da jemanden gibt, der dazu ein ganz wunderbares Geschenk gemacht hat. Noch wichtiger bei der sogenannten „Wickeltischaufklärung“ ist der Effekt für Sie: Sie üben, unverkrampft über das Thema zu sprechen.
  • Aufhänger sind Ihre Emotionen und Ihre Beweggründe. Je mehr ein Kind von Ihrer Sehnsucht in der Kinderwunschzeit weiß, umso mehr versteht es die besondere Art und Weise seiner Zeugung.
  • Bauen Sie von Anfang an mit ein, dass es ein Kennenlernen der Eizellspenderin sehr wahrscheinlich nicht möglich ist. Je selbstverständlicher ein Kind mit dieser Tatsache aufwächst, umso geringer ist später die Frustration.
  • Die biologischen Zusammenhänge werden altersgemäß erst nach und nach vermittelt. Die volle Dimension der Eizellspende ist erst ab ca. 12 oder 13 Jahren für ein Kind verständlich.
  • Sie sind nur eine besondere Form von Patchwork-Familie! Stellen Sie für das Kind immer wieder den Vergleich zu anderen vielfältigen Familienformen her.
  • Gehen Sie im sozialen Umfeld sehr selektiv mit der Information über diese besondere Empfängnis um. Weniger ist mehr! Sie können die langfristigen Reaktionen von Verwandten, Freunden und Bekannten nicht kontrollieren.
  • Sie sind und bleiben die Mutter! Stellen Sie sich darauf ein, dass Ihr Kind in der Pubertät auch den Seitenhieb „Du bist ja gar nicht meine richtige Mutter“ austeilen wird. Dies kann Sie tief erschüttern, hat jedoch weniger mit Ihnen zu tun als damit, dass viele Teenager verletzende Dinge sagen, um sich von der Familie zu lösen.
  • Vernetzen Sie sich rechtzeitig mit der ein oder anderen Eizellspenden-Familie. Ihr Kind kennt dann mindestens noch jemanden, der auf diese Art und Weise entstanden ist.
Mittlerweile gibt es auch Bilder- und Kinderbücher für die Aufklärung nach Eizell- oder Samenspende. Siehe z.B. www.maia-asso.org und www.donor-conception-network.org