"We'll cross that bridge when we get to it"

Werte oder Gene?

Eizellspende ist keine Sterilitätstherapie im eigentlichen Sinne, sondern eher eine besondere Form der Familiengründung. Sie erfordert zwar einen Embryonentransfer (wie ein homologer IVF / ICSI) und erinnert damit an Kinderwunschbehandlung, der „Inhalt“ ist jedoch ein bisschen anders.


"Nach einigen gescheiterten IVF- Versuchen war für uns bald klar, dass eine Eizellspende die einzig wirklich erfolgversprechende Möglichkeit sein würde, ein eigenes Kind zu bekommen. Vieles sprach für uns dafür: Man spart sich frustrierende und belastende Eingriffe; die Chance, mit einem gesunden Kind schwanger zu werden, rückt in einen realistischen Bereich und ist nicht einem Lottogewinn gleichzusetzen. (siehe Ablauf / wem hilft es?)

Elternsein heißt nicht, DNA-Spender sein - es ist eine vollkommen andere Dimension. Es geht nicht darum, dass das eigene Erbgut 1:1 übersetzt wird!! Wir haben uns gerne auf dieses Wagnis eingelassen. Wir haben ein wunderbares, gesundes Kind. Aufgrund der täglichen Verpflichtungen und Aufgaben und aufgrund all der schönen Erlebnisse rückt die Tatsache der Eizellspende vollkommen in den Hintergrund."

Sabine, 47, mit Kind 1 ¾ Jahre


„Werde ich bei einer Eizellspende das Kind so lieben wie mein eigenes?“

…..ist die lähmende Frage, die sich Frauen im Entscheidungsprozess für oder gegen diese Methode stellen. Diese Frage ist ja im Vorfeld nicht zu beantworten und führt die betroffenen Frauen deshalb leider keinen Schritt weiter. Besser ist es, sich diese Fragen zu stellen:

  • Geht es mir um ein Leben mit Kind oder geht es mir darum, dass ich meine Züge und Merkmale im Kind sehe?
  • Möchte ich Werte wie Toleranz, Selbstbewusstsein, Mitgefühl, Achtung weitergeben oder meine Statur, meine Augen- und Haarfarbe, den genetischen Anteil meiner Intelligenz und meines Temperaments?
  • Sehe ich Kinder allgemein als einzigartige Individuen oder hauptsächlich als wunderbares „Produkt“ ihrer genetischen Eltern?
  • Kann ich mich auf eine besondere Familienform einlassen oder kann ich akzeptieren, endgültig kinderlos zu bleiben?

 

„Wenn mir Frauen, die eine Eizellspende angenommen haben, nach Geburt ihr Kind vorstellen, sind sie ausnahmslos verliebt in dieses Kind. Bei Adoptiveltern erlebe ich das ähnlich. Es sind die „Richtigen“ zusammengekommen und die Frauen genießen den Zauber, die tiefe Bindung und die Anstrengung der ersten Lebensjahre.

Wie bei allen anderen Kinderwunschfrauen auch fällt nach Geburt das ganze emotional Belastende und Schwere der Kinderwunschjahre von ihnen ab.“

Christine Büchl, Autorin dieser Website

 

„Wir sind heute eine Familie, wie jede andere auch. Wahrscheinlich sind wir das, was man als Patchworkfamilie bezeichnet.
Der Anfang war für mich ziemlich schwierig. Ich hab ziemlich lang gebraucht um einen Weg zu unserem Sohn zu finden. Er war am Anfang für mich ein Fremder. Allerdings weiß ich nicht, ob es an der Eizellspende lag, oder einfach daran, dass man endlich das langersehnte hat bzw. die Angst es wieder hergeben zu müssen.
An die Eizellspende denke ich heute nicht mehr. Maximilian ist mein Kind und wird es auch immer sein. Ich betrachte ihn daher auch nicht unter dem Gesichtspunkt der Spende.
Allerdings gab es schon Momente in denen ich überlegt hab, ob seine leibliche Mutter wohl so aussieht, weil er dem Papa nicht ähnlich sieht.
Von diesem kleinen Kerl kommt heute schon so viel zurück.
Heute weiß ich, das ein Mutterherz lieben kann, auch wenn es nicht das eigene ist.
Den Schritt der Spende hab ich niemals bereut. Ich empfinde einfach nur Dankbarkeit der Spenderin gegenüber.“

Sonia, 43 Jahre mit Maximilian 1 Jahr