"We'll cross that bridge when we get to it"

Vergleich mit Adoption

Eizellspende unterscheidet sich in zwei wesentlichen Dingen von Adoption:

  • Bei Adoption haben beide Partner eine symmetrische Grundkonstellation zum Kind: Beide sind soziale Eltern des Kindes, keiner von beiden Partnern ist genetischer Elternteil. Bei der Eizellspende hingegen ist der Vater sozialer und genetischer Vater, die Mutter ist soziale und leibliche - aber eben nicht die genetische - Mutter des Kindes.
  • Die Adoption eines Kindes kann im sozialen Umfeld nicht geheim gehalten werden. Die Annahme an Kindes statt – so ist Adoption rechtlich definiert – findet immer ohne Schwangerschaft der sozialen Mutter statt. Meist ist innerhalb von wenigen Tagen ein Kind da. Das ganze Umfeld weiß Bescheid und ein Familiengeheimnis kann erst gar nicht entstehen. Bei Eizellspende gibt es eine Schwangerschaft und das Kind ist für das Elternpaar und für das Umfeld ein leibliches Kind. (siehe Länder/ Situation Deutschland) Die Tatsache der Eizellspende kann geheim gehalten oder nur einem kleinen, eng definierten Kreis offenbart werden. (siehe Schwangerschaft / leibliche Mutter sein)

So gut wie alle Kinderwunschpaare haben bei Adoption den Wunsch nach einem möglichst kleinen, gesunden Kind, auch wenn sie auf Informationsveranstaltungen von Adoptionsvermittlungsstellen oftmals andere sozial erwünschte Antworten geben.

Unterschiede
Die folgende Tabelle listet die Unterschiede - aus Sicht von Kinderwunschpaaren - auf. Aus Sicht der Kinder wäre die Tabelle eine andere.

Eizellspende Adoption Inland Adoption Ausland
Wahrschein-lichkeit ca. 50% Baby-take-home pro Transfer Kumulativ nach 3 ETs: ca. 80% 1:15 zu vermittelnde Kinder/Bewerber 90-100% wenn auch ältere Kinder (3-5 Jahre) angenommen werden
Dauer Chance im nächsten Zyklus Von Ausnahmen abgesehen:
ca. 3-5 Jahre
Von Ausnahmen abgesehen:
ca. 2-3 Jahre
Mögliche Chancen Schwanger-schaftserleben Neugeborenes Gesundheits-bewusstes Verhalten der werdenden Mutter in der Schwanger-schaft Kein Eignungs-verfahren Häufig Neugeborene Große soziale und medizinische Chance für das Kind
Mögliche
Schwierig-keiten
Erneutes „Versagen“ Schwanger-schafts-komplikationen Am Ende aus Altersgründen ohne Vermittlung geblieben Manchmal Kind mit sog. unklarer Prognose Endgültige Sicherheit nicht nach 8 Wochen, sondern nach 2-3 Jahren, falls die Freigabe gerichtlich ersetzt werden muss Kein Neugeborenes Problematisches Kind; z.B. mit schweren Bindungs-störungen, Verhaltensauf-fälligkeiten, ADS, Entwicklungsver-zögerungen