""We'll cross that bridge when we get to it"

Warum Offenheit wichtig ist

Wer ein Kind bekommt, das durch Gametenspende (Eizelle oder Samen) entstanden ist, sollte sich bewusst machen, dass Offenheit innerhalb der Kernfamilie enorm wichtig ist. Denn ein solches Familiengeheimnis provoziert Probleme und kann z.B. zu einer gestörten Identitätsentwicklung des eigenen Kindes führen.

  • Nicht aufgeklärte Kinder „ahnen“ und spüren manchmal, dass es ein Geheimnis um seine Zeugung gibt.
  • Fatal ist eine Zufallsaufdeckung (z.B. bei Scheidung oder im medizinischen Notfall). Die Lüge und das Gefühl hintergangen worden zu sein, kann auf Seiten des Kindes zu einem Beziehungsabbruch führen.


Mit den modernen Methoden der Genanalyse lässt sich schnell und zweifelsfrei feststellen, ob die vermeintliche Mutter auch die wirkliche Mutter ist. Gentestlabors u.a. im deutschsprachigen Ausland bieten dies schon für wenige hundert Euro über das Internet an. Einsenden kann jeder, der bezahlt. Im Gegensatz zu Deutschland geht dies im Ausland auch ohne Einverständnis der Mutter. In das Entnahmeset ist nur eine Speichel- oder Blutprobe zu geben; alternativ reicht auch DNA, die in Zahnbürsten oder Fingernägeln zu finden ist. In Großbritannien z.B. sind die Testsets sogar ganz regulär in Apotheken zu kaufen. Fünf Tage später steht das Ergebnis zur Verfügung.



„Früher habe ich bei Samenspende immer gesagt: Ich verstehe die Paare, die nicht aufklären und ich bewundere die Paare, die aufklären. Angesichts der rasanten gentechnischen Entwicklung glaube ich mittlerweile, dass die Aufklärung des Kindes nach Eizell- oder Samenspende die Regel sein muss. Alles andere wäre eine tickende Zeitbombe.
In der Praxis erlebe ich, dass bei dem Thema Eizellspende schon viele Frauen mit der Idee der Aufklärung zu mir in die Beratung kommen. Sie wollen ihrem potenziellen Kind auf keinen Fall mit einem Familiengeheimnis schaden. Und sie haben weniger Probleme, ihre Schwäche und ihr „Unvermögen“ bezüglich Zeugung und Empfängnis zuzugeben als Männer.“

Christine Büchl, Autorin dieser Website

 

Außerhalb der neu entstandenen Kernfamilie muss genau differenziert werden, wem, was, wann und wie gesagt wird. Manche Paare beziehen noch die Großeltern und ihre Lieblingsgeschwister in die Aufklärung mit ein. Dem Freundes- und Bekanntenkreis wird die Tatsache der Eizellspende selten bis sehr selten mitgeteilt.
Mit dieser Informationspolitik wollen Eltern nach Eizellspende ihr Kind schützen. Je mehr Menschen um die Eizellspende wissen, umso weniger kann die Weiterverbreitung dieser Nachricht beeinflusst werden. mehr ...