"neue wege gehen"

Hineinwachsen und vertrauen

Bevor sich eine Frau für Eizellspende entscheidet, geht fast immer eine eigene homologe Kinderwunschbehandlung voraus. Denn natürlich möchte ein Paar es erst mit den eigenen Eizellen der Frau versuchen, ein Baby zu zeugen. Das ist verständlich, kostet aber auch viel Zeit. Besonders schwer zu verstehen ist, dass der Zyklus noch völlig regelmäßig verläuft, die daraus entstehenden Eizellen nicht mehr intakt sind.
Und viele Reproduktionsmediziner sind durchaus ambivalent, wenn es um die Behandlung von Frauen ab 43 Jahren geht. Sie kommunizieren dem Paar die „reduzierten Chancen“ und schlagen die Statistiken des deutschen IVF-Registers (DIR) auf: ca. 5 % durchschnittliche „Baby-take-home“-Rate pro IVF-Behandlung einer 43-jährigen Frau, auch wenn die Chancen gegebenenfalls individuell etwas höher liegen können.
Doch auch, wenn die Chancen so gering sind, halten die Paare trotzdem an der Zahl von 5% oft eisern fest. An dem Sprichwort „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist viel Wahres dran ... Doch ab einem bestimmten Alter verliert das Paar eigentlich nur noch Zeit; Zeit in der Sie - auf einem anderen Weg - bereits ein Kind haben und eine Familie sein könnten.


 

 

Das Vertrauen in die Methode Eizellspende entsteht meist erst dann, wenn

  • die Frau auch emotional verstanden und verarbeitet hat, dass es mit ihren eigenen Eizellen „nichts mehr wird“ (ein sehr trauriger und schwerer Lernprozess).
  • es schon einen oder mehrere IVF-Misserfolge mit eigenen Eizellen gegeben hat, denn erst das führt dazu, sich mit der eigenen Situation auseinanderzusetzen (siehe Ablauf / wem hilft es?).
  • das Paar das Gefühl hat, „alles getan und nichts unversucht gelassen zu haben“. Es ist sehr unterschiedlich, wie viele Versuche Paare davor machen. Einen großen Einfluss darauf hat selbstverständlich die Patientenführung des Arztes.


Die Entscheidung für Eizellspende ist also eine Bauchentscheidung, die Zeit braucht. Viele Prägungen, unbewusste Überzeugungen und Wertvorstellungen spielen dabei eine Rolle. Heraus kommt dann eine dieser drei Antworten:

  • Eizellspende ist für uns denkbar (siehe Spenderin / Respekt)
  • Eizellspende ist für uns absolut undenkbar
  • die eigenen inneren Grenzen und Vorstellungen öffnen und verschieben sich „peu à peu“

Ein Hinweis: Entscheidungen, bei denen viele unbewusste emotionale Anteile eine Rolle spielen, müssen nicht begründet werden. Gefühle sind immer „richtig“. mehr ...