"neue wege gehen"

Die Entscheidung treffen

Sich für eine Behandlung mit Eizellspende zu entscheiden ist ein längerer und komplexer Prozess für das Paar. Manchmal läuft dieser Prozess parallel zu den letzten „eigenen“ Versuchen („Wenn all dies nicht klappt, fassen wir evtl. Eizellspende ins Auge ...“). Manchmal sind die eigenen Behandlungen ein bis zwei Jahre vorher abgeschlossen worden, aber das Thema Kinderwunsch meldet sich immer wieder zurück („Da gibt es doch noch etwas. Ich werde mich mal informieren ...“).
Hart aber eindeutig ist der Entscheidungsprozess für Frauen mit vorgezogener Menopause: Frauen, die aufgrund einer Regulierungsstörung schon mit 28, 34, 38 usw. in die Wechseljahre kommen. Für sie gilt ein „entweder ... oder“: Sie stehen vor der Entscheidung, entweder gar kein Kind zu bekommen und ihre biologisch vorgegebene Kinderlosigkeit zu akzeptieren, zu adoptieren oder sich für Eizellspende zu entscheiden.



„Eine spezielle Situation für das Paar ist es, wenn die ursprüngliche Sterilitätsdiagnose beim Mann lag. Dann gibt es manchmal folgenden Verlauf: Zwei Jahre versuchte das Paar spontan schwanger zu werden und zwei weitere Jahre wurden mit drei bis vier erfolglosen ICSIs verbracht. Darüber ist die Frau dann 41 Jahre alt geworden. Eizellspende würde nun bedeuten, dass der Mann seine Gene weitergeben kann während die Frau genetisch außen vor bleibt. Damit hadern nicht wenige Frauen. Sie haben eine offene innere Rechnung, die wie folgt lautet: Mit einem uneingeschränktem Mann wäre ich mit 37 wahrscheinlich spontan schwanger geworden und jetzt stehe ich mit 41 vor der Frage Eizellspende ja oder nein. Dies zu akzeptieren ist schwierig und gelingt nur, wenn frau sich vom Denken in Ursachen & Diagnosen lösen kann. Es ist so, wie es ist."


Christine Büchl, Autorin dieser Website

 

Kennzeichen ist oft auch, dass innerhalb des Paares die Frau Impulsgeberin für die Auseinandersetzung mit Eizellspende ist. Sie muss Eizellspende erst als Option für sich entdecken und auch befürworten können, bevor sie ihren Mann damit konfrontiert. (siehe: Schwangerschaft/ leibliche Mutter sein). Das heißt, dass viele Frauen erst mal allein darüber nachdenken, um herauszufinden, ob die denken, dass sie diesen Weg wirklich beschreiten können. Bei manchen Männern, die sich mit ihrer Partnerin ein Leben ohne Kind auch vorstellen könnten, wird mit der Diskussion um Eizellspende das Thema „Hört das denn nie auf?“ aktiviert, sie fühlen sich evtl. gestresst nach all den Jahren der erfolglosen IVF-Versuche. Insofern ist es nur natürlich, dass die Frau erst mit einer relativ gefestigten „Pro-Eizellspende-Meinung“ das dann folgende gemeinsame Gespräch beim Arzt oder in einer Beratungsstelle anstößt. mehr ...