"neue wege gehen"

Kennzeichen ist oft auch, dass innerhalb des Paares die Frau Impulsgeberin für die Auseinandersetzung mit Eizellspende ist. Sie muss Eizellspende erst als Option für sich entdecken und auch befürworten können, bevor sie ihren Mann damit konfrontiert. (siehe Schwangerschaft/ leibliche Mutter sein). Das heißt, dass viele Frauen erst mal allein darüber nachdenken, um herauszufinden, ob die denken, dass sie diesen Weg wirklich beschreiten können. Bei manchen Männern, die sich mit ihrer Partnerin ein Leben ohne Kind auch vorstellen könnten, wird mit der Diskussion um Eizellspende das Thema „Hört das denn nie auf?“ aktiviert, sie fühlen sich evtl. gestresst nach all den Jahren der erfolglosen IVF-Versuche. Insofern ist es nur natürlich, dass die Frau erst mit einer relativ gefestigten „Pro-Eizellspende-Meinung“ das dann folgende gemeinsame Gespräch beim Arzt oder in einer Beratungsstelle anstößt.



„Meine Erfahrung ist, dass ein Paar meist ca. ein Jahr braucht, um sich für oder gegen Eizellspende zu entscheiden. Bei Frauen oder Paaren, die nach mehreren Misserfolgen zu mir in Beratung kommen, lasse ich das Thema Eizellspende oft in einem Halbsatz und quasi wie nebenbei einfließen. Es ist eine Art Testballon und ich ernte daraufhin meist eine Ablehnung. „Kommt für mich nicht infrage“, ist die häufigste Antwort. Diese Meinung bleibt manchmal bestehen, manchmal auch nicht.
Interessanterweise sind Männer, wenn ich sie allein in Beratung habe, äußerst offen für das Thema und erkundigen sich nach Detailinformationen."

     

Christine Büchl, Autorin dieser Website