"anders und doch bekannt"

Embryonentransfer - 1, 2 oder 3...?

Weil die Chance, mit einer gespendeten Eizelle schwanger zu werden, recht hoch ist, ist auch die Gefahr einer Mehrlingsschwangerschaft deutlich erhöht. Die Zwillingsrate beträgt nach Eizellspende über 30 %, die Drillingsrate liegt bei 6 %. Deshalb transferieren einige IVF-Zentren einer Frau über 45 Jahren aufgrund von erhöhten gesundheitlichen Risiken im Falle einer Mehrlingsschwangerschaft - keine zwei Embryonen, sondern erlauben nur den „single embryo transfer“. Diese Entscheidung der Mediziner ab einem gewissen Alter der Kinderwunsch-Patientin steht in diesen Zentren nicht zur Diskussion, um Mutter und das entstehende Kind zu schützen. Aber auch für jüngere Frauen ist die Frage, ob ein oder zwei Embryonen transferiert werden sollen, nicht einfach zu beantworten. Viele Paare denken, dass diese Gründe für den Transfer von zwei Embryonen sprechen:

  • Höhere Erfolgswahrscheinlichkeit und dadurch weniger Anreisen in das ausländische IVF-Zentrum.
  • Kostenersparnis, da jeder Kryotransfer ca. 800 Euro kostet
  • Für ein eventuell geplantes Geschwisterkind ca. zwei Jahre später wäre man dann fast schon zu alt.
  • Die Familienplanung kann nach der Geburt von zwei Kindern endlich abgeschlossen werden.
  • Die doppelte Fruchtbarkeit ist eine Art „innerer Belohnung“ nach Jahren der Sterilität

Risiken einer Mehrlingsschwangerschaft nach IVF oder ICSI

Viele Paare denken nicht daran, dass

  • eine Zwillingsschwangerschaft Risiken für Mutter und Kinder birgt und die Gefahr besteht, die Kinder – nach endlich erfolgreich eingetretener Schwangerschaft – zu verlieren oder sich mit den gesundheitlichen Bedürfnissen Frühgeborener auseinander zusetzen und – aufgrund des eigenen Bedürfnisses – sich selbst für die evtl. Folgeerkrankungen oder den Verlust der Kinder die Schuld zu geben.
  • gerade für Erstgebärende die Zwillingsbetreuung eine enorme Belastung für die Mutter und die Beziehung der Eltern darstellt. Mehr, als nur bei einem Säugling.
  • die Versorgung für viele Zwillingsmütter zu Beginn oft ohne Hilfe von außen und Unterstützung der Familie gar nicht recht möglich ist.
  • die Eizellspende eine ganz andere Methode ist, als die bisher durchlebten IVF- und ICSI-Transfers und dass es – falls kein gravierendes Einnistungsproblem vorliegt – mit der Schwangerschaft vielleicht auf Anhieb klappen könnte. Nur weil bisher mit aus eigenen Eizellen entstandenen Embryonen auch Transfers mit zwei oder evtl. sogar drei Eizellen nicht geklappt haben, sollten Paare den Transfer mit der gespendeten Eizelle als ganz neue Methode betrachten mit recht hohen Erfolgsaussichten.

Single Embryo Transfer in der Reproduktionsmedizin

  • Immer mehr Reproduktionsmediziner im In- und Ausland sprechen sich deshalb für den „single embryo transfer“ aus:
  • Es gibt weniger Schwangerschaftskomplikationen, vor allem nicht die zwillingstypischen Komplikationen.
  • Der gesundheitliche Zustand des Kindes nach einer Einlingsschwangerschaft ist besser, u.a. auch deshalb, da es genug Platz im Mutterleib hat, zu wachsen und sich zu entwickeln.
  • „Single embryo transfers“ führen genauso zu Schwangerschaften, da die Embryonen dieselben sind.
  • Es gibt weniger Belastungen in der Familie des Kindes in den ersten Lebensjahren und somit steht dem Familienglück weniger im Weg als mit der doppelten Belastung bei Zwillingen.

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